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Das Leben im Ausland

Ich habe die Gelegenheit gehabt, in verschiedenen Ländern zu wohnen, und ich kann ohne Zweifel sagen, dass dies mein Leben und meine Persönlichkeit stark beeinflusst hat. Falls Sie nie im Ausland gelebet haben, möchte ich Ihnen beschreiben, was für eine tolle Erfahrung das sein kann.




Als ich sehr jung war, musste mein Vater aus beruflichen Gründen nach Hong Kong ziehen, und er hat uns mitgebracht (wie nett). Als ich herausfand, dass wir umziehen mussten, erinnere ich mich, das sehr schlecht verarbeitet zu haben (ich war nur ein 4 jähriges Kind, also kann mann es mir verzeihen). Es ist nie einfach, sich von seinen Freunden zu verabschieden, und leider als Kind versteht man die Gründe für einen Umzug nicht völlig.

Trotzdem habe ich mich an das Leben in Hong Kong schnell gewöhnt, und ich habe mir, genau wie andere Kinder es tun würden, sehr schnell neue Freunde gemacht. In Hong Kong ging ich auf eine Internationale Schule, wo ich Kontakt mit Kindern aus aller Welt hatte. In meiner Kindheit war es mir unbewusst, aber ich bin mir jetzt sicher, dass dieser Kontakt mit so vielen Ausländern und Kulturen meine Weltanschauung sehr stark beeinflusst, und zu meiner heutigen Aufgeschlossenheit beigetragen hat.

Heute bin ich meinen Eltern sehr dankbar, dass sie diese sehr schwierige Entscheideung getroffen haben. Ich glaube, dass ich mit dieser ersten Erfahrung im Ausland auf den Geschmack gekommen bin.



Im dritten Jahr an der University of Manchester bin ich nach Frankreich gezogen. Dieser Umzug gehörte zum Erasmus Austauschprogramm, da ich Französisch studierte, musste ich entweder an einer Universität in Frankreich studieren, oder arbeiten. Na ja, den Gedanken, das ganze Jahr irgendwo arbeiten zu müssen, fand ich nicht sehr verlockend, also habe ich mich für die erste Option entschieden. Dies stellte sich als eine sehr gute Wahl heraus!

Während meines Erasmusjahres, hatte ich das Glück, so viele nette Leute kennen zu lernen (zu denen ich auch heute Kontakt halte). Das Ziel dieses Jahres war natürlich das Verbessern meiner Französischkenntnisse (die, muss ich zugeben, am Anfang sehr sehr Schlecht waren). Im Laufe der Zeit, mit meinen neuen französischen, deutschen, britischen, und marokkanischen Freunden konnte ich mein gesprochenes Französisch sprunghaft verbessern, indem ich jeden Tag auf Französisch kommunizierte.

Das Erasmus Programm hat mir nicht nur mit meinen Sprachkenntnissen geholfen. Es hat mir auch geholfen, an Selbstsicherheit zu gewinnen. Vor meiner Reise nach Frankreich war ich sehr Scheu, und ich hatte Schwierigkeiten damit, mit anderen zu sprechen, und mich durchzusetzen. Der Gedanke, dass ich es geschafft hatte, ein Jahr lang im Ausland zu wohnen, wischte dieses alte Hindernis, meine Schüchternheit, weg.



Nach der Universität habe ich als Lehrer zu arbeiten angefangen. Nach zwei Jahren in England beschlossen ich und meine damalige Freundin (jetzt ist sie meine Frau) in die Schweiz zu ziehen. Dieses neue Abenteuer warf neue und unerwartete Probleme auf, auf die ich niemals in meinem Leben im Ausland gestossen war. Meine Frau ist Ukrainerin und als wir umzogen, erklärte sie mir, dass das Leben im Ausland viele Schwierigkeiten für die, die einen ukrainischen Reisepass haben, mit sich bringt. Wir mussten uns um Visa-Dokumente und andere bürokratische Sachen kümmern. All dies war ganz neu, aber mit dieser Erfahrung habe ich mehr über Einwanderungssysteme gelernt. Dieses neue Erlebnis öffnete mir die Augen, und mir zeigte, wie privilegiert ich als Brite bin. Mit meinem Reisepass darf ich fast überall auf der Welt reisen ohne darüber nachzudenken, aber andere, die auf einem anderen Stück Land geboren sind, stossen auf so viele Hindernisse, obwohl sie hochqualifiziert sind, genau wie meine Frau.

In der Schweiz mussten wir zusammen unser Leben aufbauen, was Geduld und Fleiss gebraucht hat. Wenn ich wieder an diese Zeit zurückdenke, war es sehr dumm von mir in die Schweiz zu ziehen ohne vorher einen Job gefunden zu haben, aber habe ich nochmal Glück gehabt! Ich habe innerhald eines Monats eine Stelle an Cesar Ritz Colleges Luzern gefunden, die mir perfekt passte. Mit diesem Job konnte ich mich dem Lehren von Sprachen widmen, was mir viel Freude bereitete. In dieser Stelle hatte ich die Freiheit, neue Ideen und Methoden auszuprobieren, und viel mehr über verschiedene Lehrstile zu lernen.

Die Schweiz ist, wie Sie wahrscheinlich wissen, ein sehr schönes Land, das viel Natur und Gefühle von Freiheit anbietet. Dort war es sehr einfach sich von der Arbeitswelt herauszuziehen und in die Berge zu gehen. Mit den schnellen Zügen konnten wir sehr einfach, nach Zürich oder Bern fahren oder in die italienischen und französischen Regionen, um eine total andere Seite der Schweiz zu sehen. Mit so vielen amtlichen Sprachen war ich in der Schweiz von so vielen Sprachen umgeben, dass ich glaubte, das perfekte Land für mich gefunden zu haben!



Nach der Schweiz haben wir das neue japanische Kapitel in unserem Leben angefangen. In 2017 sind wir nach Japan gezogen, wo meine Frau eine Stelle an einer Universität gefunden hat. Da die Lebensart in Japan sich deutlich von europäischen unterscheidet, konnten wir so viele schöne Erlebnisse machen. Das Leben in Japan hat auch Schwierigkeiten mit sich gebracht, nämlich die Sprachbarriere. Am Anfang musste ich meine Nervosität überwinden, und einfach versuchen, mich verständlich zu machen, obwohl ich nur stückweise und wie ein Vollidiot sprechen konnte. Dieses Erlebnis verlieh mir noch mehr Selbstsicherheit, und jetzt komme ich viel besser mit diesen alltäglichen Sachen aus, obwohl es nich unselten ist, dass ich jetzt noch wie ein Idiot rede (aber das liegt vielleicht eher an meiner Persönlichkeit als an meinen Sprachkenntnissen).

Was mir am besten in Japan gefällt, ist die Vielfältigkeit der Städte, die sehr riesig und unterschiedlich sein können. Hinter jeder Ecke versteckt sich etwas neues, das man entdecken kann. Wir sind etliche male nach Kyoto und Tokyo gefahren, aber wir haben jedes mal neue Strassen, Geschäfte, Cafes etc gefunden.

Wir haben so viele Menschen in Japan kennengelernt und so viel von der Kultur eingesaugt, dass es diesen Teil unseres Lebens sehr geprägt hat. Diese tolle Erfahrung werden wir nie vergessen!



Meine Erlebnisse haben mein Leben völlig verändert. Ich habe gelernt, wie das Leben in verschiedenen Ländern funktioniert, ich habe auch an Selbstsicherheit und Aufgeschlossenheit gewonnen, die mir sehr wichtig in meiner Arbeit sind. Das Reisen und Leben im Ausland sind Empfehlenswert, und wenn Sie zweifeln, ob Sie das hinkriegen können, vergessen Sie nicht, dass ich es konnte. Das bedeutet, dass jeder es kann!


Wir werden natürlich nicht mit dem Reisen aufhören, und wir freuen uns schon auf unser nächstes Abenteuer.


Bis bald!

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